Die Landwirtschaft wird digitaler und nachhaltiger

Das Agrarsymposium 2019 blickte in die digitale Zukunft und zeigte Chancen für die regionale Landwirtschaft auf.

Die Digitalisierung ist in der Landwirtschaft längst angekommen. Landwirte setzen zunehmend auf vernetzte Maschinen und intelligente Geräte, die ihnen die tägliche Arbeit erleichtern. Das zeigte das Agrarsymposium unter dem Motto „ Smart Farming – digital. nachhaltig. wirtschaften.“, zu dem die Kärntner Raiffeisenbanken und die Kärntner Lagerhäuser am 15. Jänner 2019 geladen haben. Rund 1.300 interessierte Besucher erfuhren bei der größten Agrarfachveranstaltung Kärntens die aktuellen Entwicklungen und Trends aus erster Hand.

Digitaler Wandel als Chance
Egal ob auf den Feld, im Stall oder bei der Büroarbeit: Im Alltag eines modernen Landwirtes rücken Daten und Informationen immer weiter in den Mittelpunkt. Damit gilt es in Zukunft umzugehen. „Die Digitalisierung ermöglicht es uns, mit intelligenten Lösungen Betriebsabläufe zu optimieren, dadurch kosteneffizienter, nachhaltig und umweltschonend zu arbeiten“, betonte DI Peter Messner, Geschäftsführer der Unser Lagerhaus WHG. Zum diesjährigen Schwerpunktthema Digitalisierung meint Mag. Georg Messner, Vorstandsdirektor der Raiffeisen Landesbank Kärnten: „Uns geht es darum, Inspirationen zu liefern, Mut zu machen und neue Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Die Kunden wollen über das Internet mit uns Geschäfte machen. Daher bieten wir als Digitale Regionalbank beides: Onlinebanking und persönliche Beratung.“

Spezialisierung statt Massenmarkt
Keine Angst vor Digitalisierung - dass verdeutlichte der internationale Trendforscher Matthias Horx. „Landwirtschaft kann man nicht digitalisieren. Hier geht es um Techniken die uns die Arbeit erleichtern.“ Horx zerstreute auch das Ernährungs-Dilemma: „Unsere Gesellschaft denke noch immer in Knappheiten, dabei leben wir in Zeiten von Proteinüberfluss.“ Bewusstere Ernährung werde daher auch die Beziehung zur Landwirtschaft verbessern. Dabei gehe es um Tierwohl, eine ökologisch intakte Landschaft und neue Formen der 'direkten Gastronomie', wo das Feinschmecker-Restaurant direkt vom Hof oder Feld aus der Region bedient wird. Mehr Höfe als heute werden ihre Qualitätsprodukte direkt vermarkten. „Die Nische ist für kleinere Landwirtschaften oft lukrativer als der Massenmarkt“, betont Horx.

Satellitenanalysen für mehr Nachhaltigkeit
Wie die Digitalisierung auch der kleinstrukturierten Kärntner Landwirtschaft helfen kann, zeigte Dr. Josef Bosch, selbst Landwirt. Er setzt mit der Firma FarmFacts den Fokus auf eine nachhaltige und effiziente Bewirtschaftung. Neben Technik, Biologie und Chemie sieht Bosch die Daten als nächste Stufe in der agrarischen Revolution. So können zum Beispiel mit Hilfe von Satelliten sogenannte Basiskarten (Talking Fields) angelegt werden, welche die unterschiedlichen Gegebenheiten in den einzelnen Feldschlägen digitalisieren und so den Düngerbedarf der jeweiligen Kultur optimieren. Auch in der Tierhaltung werden Sensoren Vorteile liefern: „Wir stehen kurz davor, das Wohlbefinden von Tieren technisch messen zu können“, so Bosch.

Innovative Technologien
Nicht nur am Feld, sondern ebenso in der Tierhaltung und der Vermarktung biete die Digitalisierung Potenziale und Chancen für die Landwirte. Dies brachte auch die Podiumsdiskussion mit Kärntner Landwirten und agrarischen Vertretern hervor. „Mit innovativen Technologien, Produkten und Dienstleistungen sowie umfassenden Know-how wollen wir für die Landwirte in der Region auch im digitalen Zeitalter ein starker und verlässlicher Partner sein“, erklärte Peter Messner und hielt fest, dass durch überbetriebliche Zusammenarbeit und Ausbau des Dienstleistungsangebotes auch kleinere und mittlere Betriebe von neuen Technologien profitieren können.

Digitalisierung bringt Vorteile
Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, sieht es als ihre Aufgabe die Digitalisierung in diese Richtung zu lenken, dass die heimischen Familienbetriebe einen Vorteil haben. „Funktionieren kann es nur, wenn wir unseren regionalen Produkten mehr Wertschätzung und Wertschöpfung geben.“ Deshalb setzt sie sich für eine transparente Ursprungskennzeichnung der landwirtschaftlichen Produkte ein. Bildung ist ein weiterer Erfolgsschlüssel. Besonders stolz ist die Ministerin dabei auf die Kooperation der Höheren Bundeslehranstalt für Land- und Ernährungswirtschaft in Pitzelstätten mit der HTL Lastenstraße, die gemeinsam neue Ausbildungszweige in Kärnten anbieten.

Fazit: Auch wenn die Digitalisierung schon längst Teil der Landwirtschaft ist, stehen Nachhaltigkeit und Regionalität im Mittelpunkt. Jetzt und in Zukunft.
17.01.2019