Mit Hightech gegen den Maiszünsler

Mit der Nützlingsausbringung aus der Luft bietet das Lagerhaus den Landwirten eine schnelle und effektive Bekämpfungsmaßnahme gegen den Schädling.

Trichogramma mit der Drohne ausbringen © RWA

Checkliste - Drohneneinsatz gegen den Maiszünsler:

  • Eine Trichogramma-Ausbrinung per Drohne spart Zeit und ist sehr effizient
  • Da keine Überfahrt mit dem Traktor notwendig ist, wird der Boden nicht weiter verdichtet und die Kultur nicht in Mitleidenschaft gezogen
  • Die Nützlingsausbringung erfolgt, je nach Region, von Mitte Juni bis Mitte Juli. Für einen optimalen Wirkungsgrad sind 2 Ausbringungen notwendig
  • Der Drohnen-Service kann im Lagerhaus vor Ort gebucht werden
  • Experten der Lagerhäuser und der RWA kümmern sich um Logistik und Abwicklung

Schlupfwespen gegen den Maiszünsler

Der Maiszünsler stellt für die Landwirte eine ernste Bedrohung dar. Neben der vorbeugenden mechanischen Bodenbearbeitung und der Behandlung mit Insektiziden ist vor allem die Ausbringung von Trichogramma-Schlupfwespen ein erfolgreiches Mittel im Kampf gegen den Schädling.

Diese biologische Pflanzenschutzmaßnahme hatte früher den großen Nachteil, dass sie viel Zeit beanspruchte. Die Landwirte mussten Kärtchen, die mit Schlupfwespen-Eiern bestückt sind, direkt am Feld verteilen und dabei viele Meter zurücklegen. Das innovative Service der Lagerhäuser, die Nützlinge mit der Drohne auszubringen, löst das Problem und macht diese Art der Schädlingsbekämpfung um ein Vielfaches attraktiver.

Angeboten wird das Service von der RWA Raiffeisen Ware Austria. „Die Drohne bietet eine innovative Möglichkeit der Pflanzenschutzmittelausbringung.“, erklärt Claudia Mittermayr von der RWA. „Für den Landwirt bedeutet es eine große Zeitersparnis und es ist sehr effizient“, streicht sie die Vorteile gegenüber der Handausbringung hervor. Mit diesem Service erspart man sich zudem auch eine Überfahrt mit dem Traktor. Eine weitere Verdichtung des Bodens wird damit verhindert und die Kultur nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Der richtige Zeitpunkt

Je nach Region kommt von Mitte Juni bis Mitte Juli die Trichogramma-Ausbringung mit den fliegenden Helfern zum Einsatz. Im Abstand von 10 – 14 Tagen ist für einen optimalen Wirkungsgrad eine 2. Ausbringung notwendig. Zur Vorbereitung des Einsatzes gibt der Landwirt die Geokoordinaten des Maisfeldes bekannt. Mit Hilfe einer speziellen App wird anhand der Daten auf einem Tablet ein Flugraster bzw. Wegpunktsystem für die Drohne erstellt.

Schnell und effizient

Behälter mit Trichogramma-Kugeln[1470905056755783.jpg]
© RWA
  • Der Drohnenpilot positioniert sich am Feldrand und startet die Drohne.
  • Diese fliegt automatisch in 15 m Höhe die eingespeicherten Wegpunkte ab.
  • Die Kugeln mit den Nützlingen befinden sich in einem Behälter unterhalb der Drohne.
  • Alle 7 m werden diese abgeworfen. Der Reihenabstand beträgt 14 m.
  • Die Ausbringung erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 7 m/sek. Sichtkontakt muss dabei stets gegeben sein. Der Pilot hat jederzeit die Möglichkeit in den Flug einzugreifen.
  • Bei starkem Regen und einer Windgeschwindigkeit über 28 km/h ist eine Ausbringung mit der Drohne nicht möglich.

Schlupfwespen-Larven

Schlupfwespenlarven[1470905053977663.jpg]
Etwa 1.100 Larven von Schlupfwespen befinden sich in einer Kugel © RWA
„Die Nützlingsausbringung aus der Luft ist eine biologische Pflanzenschutzmaßnahme mit hohem Wirkungsgrad“, erklärt Michael Glösmann vom RWA-Pflanzenschutz. Für die späte Phase des Pflanzenwachstums sei diese Ausbringungsform ideal geeignet. Die Kugeln bestehen aus Zellulose. In einer Kugel befinden sich rund 1.100 Schlupfwespenlarven in verschiedenen Entwicklungsstadien. Durch kleine Löcher in der Kugel gelangen die Nützlinge nach und nach ins Freie. Die geschlüpften Larven fressen die Eier des Zünslers. Fertig entwickelte Weibchen parasitieren die Eier des Zünslers. Daraufhin entwickeln sich in den Maiszünsler-Eiern statt den Schädlingen neue Trichogramma-Schlupfwespen.


Daten und Fakten:
  • Eine Füllung des Multikopters reicht für ca. 10 ha, das sind 1.000 Kugeln
  • 40 min maximale Flugzeit mit einer Akkuladung
  • 110.000 Larven werden pro Hektar in rund 4 min. bei optimalen Bedingungen ausgebracht

Anmeldung im Lagerhaus

Der Service zur Nützlingsausbringung kann im Lagerhaus vor Ort gebucht werden.
 
  • Landwirte, die das Lagerhaus Trichogramma- Service nutzen, brauchen sich nach der Beauftragung um nichts mehr zu kümmern.
  • Die Experten der Lagerhäuser bzw. der RWA übernehmen die gesamte Logistik und Abwicklung. Bereits vor Beginn der Maiszünslersaison wird die Flugroute der Drohne genau geplant.
  • In Folge beobachten die Experten genau, wann der Maiszünsler aktiv wird. Der ideale Zeitraum für den Einsatz richtet sich nach dem Maiszünsler-Monitoring von AGES und der LK.
  • 1 – 2 Tage vor der Ausbringung wird der Landwirt informiert, wann die Ausbringung stattfindet.
  • Einer der 3 ausgebildeten Piloten steuert die, von der Austro Control genehmigte, Drohne. Die Piloten besitzen die Bescheinigung des BAES für den Vertrieb und die Beratung von Pflanzenschutzmittel.
  • Der Landwirt erhält eine Nachricht nach der erfolgreichen Ausbringung.

Benutzen Sie die Suchmaske, um das Ergebnis auf eine Postleitzahl einzuschränken. Sie können die Karte auch auf den Startzustand zurücksetzen.