Top-Ernte bei Getreide und Ölsaaten

Die heurige Getreideernte und Ölsaatenernte brachte in Österreich Spitzenerträge und insgesamt zufriedenstellende Qualitäten. Die Gründe: Bestes Saatgut, passendes Wetter und eine ausgezeichnete Arbeit der heimischen Landwirte.

Weizenfeld Weizenfeld Weizenfeld
© RWA
Wir haben teilweise riesige Erträge und damit insgesamt eine der besten Sommer-Ernten der letzten 30 Jahren“, bringt DI Ernst Gauhs, RWA-Bereichsleiter für landwirtschaftliche Erzeugnisse, das Ernteergebnis von 2014 für Getreide und Ölsaaten auf den Punkt. Um etwa 9 % liegt die diesjährige Erntemenge noch über jener des – überdurchschnittlichen – vorigen Jahres. Und, auch wenn es qualitative Unterschiede gibt, ist die heimische Sommerernte aus diesem Aspekt insgesamt gesehen zufriedenstellend.

Gründe dafür gibt es mehrere: Eine Voraussetzung waren die Witterungsverhältnisse. Der ausreichende Regen vor der Ernte hat sich positiv auf den Ertrag ausgewirkt.

Pflanzenschutz richtig eingesetzt

Durch die Niederschläge ist allerdings auch der Krankheitsdruck gestiegen. „Hier hat sich die hohe fachliche Kompetenz unserer Landwirte gezeigt. Mit richtigem Fungizideinsatz ist es gelungen, wesentlich zur Pflanzengesundheit beizutragen. Und nur gesunde Pflanzen bringen hohe Erträge und eine gute Qualität. Dass dabei die Lagerhäuser mit ihrer Kompetenz und Beratungsstärke einen wichtigen Beitrag geleistet haben, soll auch erwähnt werden“, betont DI Christoph Metzker, RWA-Bereichsleiter für Betriebsmittel.

Vergleiche mit ungarischen Weizenproben zeigen, dass der Kleberegehalt unter jenem des heimischen Weizens liegt. Und das bei ähnlichen Niederschlägen und Erträgen. „Das zeigt, dass die heimischen Bauern sehr gut gearbeitet haben“, erklärt Gauhs.

Potenzial der modernen Sorten genutzt

Gut ausgenützt haben die Bauern aber auch den Züchtungsfortschritt im Saatgutbereich. Grundsätzlich gehen hohe Erntemengen auf Kosten des Eiweißgehalts. Der ist aber im österreichischen Durchschnitt zufriedenstellend (zu lesen im Artikel "Potenzial moderner Weizensorten"). „Uns ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Sorten in den Bereichen Ertrag und Qualität, aber auch Krankheitsresistenz deutlich zu steigern. Das ist den Landwirten heuer zugute gekommen und sie haben dieses Potenzial gut genutzt“, erklärt Dr. Johann Blaimauer, RWA-Bereichsleiter für Saatgut und Holz.

Getreide-Übernahme war Herausforderung

Eine Herausforderung waren und sind die großen Mengen teilweise im Bereich der Logistik. So gingen Übernahme und Lagerung der Getreide- und Ölsaatenernte zum Teil an die Grenzen des Machbaren. Unter anderem betroffen war das Lagerhaus Oberösterreich Mitte, wo es weit überdurchschnittliche Erträge zu manipulieren galt. „Wir haben zur Ernte 7 Tage pro Woche, auch am Wochenende und bis spät in die Nacht, ständig Getreide übernommen“, erklärt Geschäftsführer Dir. Martin Mayrhofer. „Da ist einiger Aufwand dahinter, dieses Unterfangen abzuwickeln“, verweist Mayrhofer etwa auf die Ruhezeiten von Siloarbeitern und Lkw-Fahrern. Bewährt hat sich auch in diesem Zusammenhang der Verbund zwischen Lagerhäusern und RWA. „Wir haben Partien von Raps und Gerste nach der Ernte nach Linz, Stadl-Paura und Aschach auslagern können und damit den notwendigen Platz geschaffen, die Weizenernte an unseren Standorten übernehmen zu können“, erklärt Mayrhofer.

Beste Marktchancen für Spitzenqualität

Eine Herausforderung ist auch die Vermarktung von derartigen Mengen. Priorität hat immer die Versorgung der inländischen Verarbeiter mit österreichischen Rohstoffen. Darüber hinaus gibt es heuer für gute Qualitäten interessante Exportchancen. „Voraussetzung dafür ist der weitere Aufbau eines Kundenstocks und der Logistik. Mit einer perfekten Kontraktabwicklung und dem von RWA und Railcargo Austria entwickelten Container-Transportsystem sollte das möglich sein“, erklärt Gauhs.
Dieser Marktbericht dient lediglich der unentgeltlichen und unverbindlichen Information, er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung der erwähnten Produkte dar und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Kurse und andere Zahlenangaben ausdrücklich vor.
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