Positive Aussichten für 2017

Vorhergesagte Katastrophen treten selten ein – sagt ein altes Sprichwort. Das traf auch für den Holzmarkt im Jahr 2016 zu.

DI Reinhard Pfeffer, RWA-Holzabteilung © RWA
Nach dem Extremsommer 2015 haben alle Experten eine Borkenkäferkatastrophe im Sommer 2016 erwartet. Die Waldbesitzer haben sich darauf eingestellt und zu Beginn des Jahres nur wenig Holz geschlägert bzw. nur Vornutzungen durchgeführt. Die Sägewerke versorgten sich daraufhin aus Slowenien und Mähren, wo es das vorhergesagte Käferholz in Massen gab. Durch Vorsichtsmaßnahmen und den nassen Sommer ist der Borkenkäferbefall aber sehr gemäßigt verlaufen und am Jahresende 2016 steht ein Einschlag unter dem langjährigen Durchschnitt in Österreich zu Buche.

2017: Positive Aussichten für die Holzwirtschaft

Die Aussichten für die Holzwirtschaft in Österreich sind für 2017 sehr optimistisch: Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet man einen stabilen bis steigenden Mengenabsatz. Auch im für Österreich wichtigen Exportland Italien konnten schon 2016 Steigerungen erzielt werden, für 2017 deutet alles auf einen ungebrochenen Bedarf hin. Einzig in der Levante sind die Unsicherheiten etwas höher. Der zuletzt steigende Ölpreis bringt den Ländern südlich des Mittelmeeres wieder mehr Deviseneinnahmen, was zu einer verstärkten Bautätigkeit und damit zu mehr Holzverbrauch führen sollte.

Papierindustrei investiert weiterhin in Österreich

Auch die anderen Holzabnehmer in Österreich sehen durchwegs positiv in das neue Jahr: Der größte Buchenfaserholzverbraucher steigerte die Ergebnisse deutlich und will wieder verstärkt investieren. Auch in der Papierindustrie wird groß in den Standort Österreich investiert. Die Plattenindustrie und die Fußbodenerzeuger sehen einen positiven Mengenabsatz für 2017. Bleibt die Frage: Haben diese sehr positiven Aussichten der heimischen Holzwirtschaft auch Auswirkungen auf die Waldbesitzer? Und vor allem: Kann man 2017 von steigenden Preisen ausgehen?
Die größte Unsicherheit ist die Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz. Der war 2016 ausreichend vorhanden, was sich stabilisierend auf die Preise auswirkte. Alle Sägewerke konnten voll schneiden, wodurch sich die Situation wirtschaftlich verbesserte. Kommt es im Frühjahr zu einer Holz-Verknappung, prophezeien Experten einen Preisanstieg, vor allem für Frischholz. Dieser Anstieg würde wahrscheinlich wieder eine verstärkte Einschlagstätigkeit in den bäuerlichen Wäldern bewirken. Steigende Kosten durch die neuen Einheitswerte werden auch dazu beitragen.
Die Holzverfügbarkeit der Papier- und Plattenindustrie ist stark vom Einschnitt der Säger abhängig. Es wird immer wieder betont, dass jede Atrotonne Holz aus Österreich lieber genommen wird als (teurer) Import.

Ungewisse Zukunft in der Energieholzbranche

Einzig die Energieholzbranche sieht mit Ungewissheit in die Zukunft: Die Förderungen für viele Biomassekraftwerke laufen in den nächsten Jahren aus, der Verkauf von Pelletsheizungen geht zurück, Öl und Gas sind relativ billig. In den letzten Jahren sanken Nachfrage und Preis für Energieholz, vielerorts ist eine Erzeugung von Wald- hackgut nicht mehr wirtschaftlich. Allerdings gibt es auch positive Meldungen, wie das geforderte Verbot von Ölheizungen in Neubauten.
Die Aussichten für Waldbesitzer sind gut für 2017, die Preise zumindest zufriedenstellend. Einem Einsatz im Wald steht also nichts im Weg. Die Holzprofis der Lagerhäuser stehen für Fragen zur Verfügung.