Bodenschonende Holzernte

Die Holzernte mit modernen Forstmaschinen beansprucht den Waldboden durch Verdichtungen und Verformungen. Schützen Sie den Boden bei der Holzernte, um die Leistungsfähigkeit des Bodens und somit der Bestände zu erhalten.

Forstarbeiten im Wald Forstarbeiten im Wald Forstarbeiten im Wald
© RWA
Der Waldboden dient Pflanzen als Wuchsort, bietet Wasser und Nährstoffe und stellt somit die Produktionsgrundlage für die Forst- und Landwirtschaft dar. Bei der Holzernte verursachen Forstmaschinen durch ihr Gewicht Verdichtungen und Verformungen im Boden. Vor allem das Grobporensystem, das für die Wasserversickerung und die Belüftung des Wurzelraums entscheidend ist, wird dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen. Daher können Wurzeln den betroffenen Boden infolge von Verdichtung und eines ungünstigen Wasser- und Lufthaushaltes nicht mehr optimal erschließen und nutzen. Dies führt wiederum zu einer verminderten Leistungsfähigkeit des Bestandes in der Holzproduktion.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Die Empfindlichkeit der Böden gegenüber Verdichtung und Verformung hängt vor allem von der aktuellen Bodenfeuchte und den Witterungsverhältnissen ab. Je höher der Wassergehalt im Boden, desto niedriger ist seine Tragfähigkeit. Grobkörnige Böden mit geringem Humusgehalt im Oberboden sind weniger empfindlich als feinkörnige, steinarme Böden mit großem Humusgehalt. Grundsätzlich ist die Holzernte auf Böden mit hoher Empfindlichkeit nur dann auszuüben, wenn die Bedingungen günstig sind, also zum Beispiel während Frostperioden und trockener Witterung. Weitere Faktoren, die die Bodenempfindlichkeit beeinflussen, sind zunehmende Hangneigungen und die Art der verwendeten Maschinen hinsichtlich Gewicht, Bereifung, usw.

Rückegassen permanent erhalten

Um das Ausmaß der Bodenverdichtung so gering wie möglich zu halten, sollte bei der Planung der Holzernte besonderes Augenmerk auf die Feinerschließung gelegt werden. Das Feinerschließungsnetz in Form von Rückegassen soll dabei permanent erhalten bleiben, da bereits eine einmalige Überfahrt bei geringer Bodenfeuchte Beeinträchtigungen der Bodenstruktur hervorruft. Auftretende Bodenverdichtung und Bestandesschäden werden somit auf die Gasse konzentriert. Die Beanspruchung einer Rückegasse steigt dabei mit zunehmender Bodenfeuchte, Achslast, Anzahl der Überfahrten, stärkerer Neigung des Geländes, fehlender Traktion und fehlender Reisigauflage. Die genannten Faktoren wirken sich unterschiedlich stark in Abhängigkeit von Bodenart und Bodentyp aus.

Worauf man bei Rückegassen achten sollte

Um eine bodenschonende Holzernte zu gewährleisten, sollten Rückegassen in Falllinie angelegt und Mindestabstände eingehalten werden. Bei derzeitiger Holzernte-Technologie beträgt die Kranreichweite ca. 10 m. Der Mindestabstand zwischen 2 Rückegassen sollte demzufolge nicht mehr als 20 m betragen. Bezüglich der Rückegassenbreite lässt sich für Schlepper mit Kranwagen bzw. Forwarder die Formel Fahrzeugbreite + 2 m anwenden. Rückeschäden sollen somit vermieden bzw. reduziert werden. Um einer unnötigen Anlage von Rückegassen entgegenzuwirken, sollten alte Gassen wieder in das Feinerschließungsnetz integriert werden. Um den dauerhaften Erhalt des Feinerschließungsnetzes zu gewährleisten, ist eine dauerhafte Markierung sicherzustellen. Sie erleichtert auch das Auffinden bei zukünftigen Holzernteeinsätzen. Die Nutzung des Gassennetzes setzt sich auch bei der Bestandesverjüngung fort. Die Gasse darf daher nicht mit der Zielbaumart bepflanzt werden

Technische Maßnahmen für den Bodenschutz

Neben der richtigen Erschließung können auch technische Maßnahmen zum Bodenschutz beitragen. Dazu zählen Antriebs- und Gewichtsverteilung auf mehrere Achsen, Reifeninnendruck und Reifenprofile, Lastschaltgetriebe und Traktionsmittel. Durch geringeren Reifendruck vergrößern sich die Kontaktfläche und das Anpassungsvermögen an den Untergrund, woraus weniger Schlupf und eine höhere Lebensdauer für die Reifen resultiert. Neben ausreichenden Reifenprofilen erhöhen auch Traktionsmittel in Form von Ketten die Haftung. Um Schlupf zu vermeiden, sollte am Hang die Lastfahrt möglichst abwärts erfolgen.

Bei Bedarf Reisigauflagen für Rückegasse nutzen

Eine Reisigauflage auf der Rückegasse kann helfen, die Kräfte im Boden gleichmäßiger zu verteilen. Die Auflage kann auch wichtig für die Erhaltung der Befahrbarkeit von Rückegassen sein und die Bodenverwundung durch Schlupf verhindern. Das Astmaterial auf der Gasse darf aufgrund der Verschmutzung nicht für die energetische Nutzung verwendet werden.

Fragen Sie die Holzprofis in Ihrem Lagerhaus

Die Holzprofis der Lagerhäuser stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn Sie Informationen rund ums Holzgeschäft oder ein Schlägerungsunternehmer benötigen.
Artikel drucken Artikel empfehlen