Holzentwertung durch Fäulnispilze

Wundfäule durch äußere Schäden und die Rotfäule mindern den Ertrag. Es gibt aber einige Schritte, die Sie zur Prävention setzen können. Auch bei der Holzausformung und Vermarktung sollten Sie kein Geld liegen lassen.

Baumstamm mit Rotfäule Baumstamm mit Rotfäule Baumstamm mit Rotfäule Baumstamm mit Rotfäule
© Agrarfoto

Rotfäule durch Pilze

Fast jeder Waldbesitzer kennt diese Situation und ärgert sich darüber: Man schneidet einen schönen Baum um und das Stammstück, oft astrein, ist braun, was einen Mindererlös von oft 30 Euro/fm beim Verkauf bringt. Doch der Befall durch Fäulnispilze bringt noch weitere Probleme mit sich:
  • Volumenverluste durch unverwertbar im Wald verbleibendes, faules Holz und damit verbundene Forstschutzprobleme (Brutraum für Käfer).
  • Mehraufwand infolge zusätzlicher Trennschnitte.
  • Instabilität der Bestände durch Brüche im faulen Stammfuß.
Zuerst muss man unterscheiden, ob es sich um eine Wundfäule durch äußere Schäden oder um die sogenannte Rotfäule handelt, die sich, durch Pilze von den Wurzel ausgehend, rasch im Stammesinneren ausbreiten können.

Dieser Pilz (der wichtigste ist der Wurzelschwamm, Heterobasidion annosum) besiedelt frische Baumstümpfe und wächst von dort aus über Wurzelverwachsungen mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 cm pro Jahr auf gesunde Bäume über. Betroffen sind oft Erstaufforstungen insbesondere auf lehmstoffreichen, kalkhaltigen Böden. Gegenüber altem Wald sind hier noch kaum natürliche Gegenspieler des Wurzelschwamms vorhanden, und dieser findet hier ein für ihn günstigeres Bodenmilieu vor. Auch ein starker Befall des Vorbestandes mit Wurzelschwamm erhöht das Infektionsrisiko für den Folgebestand. Weiters sind enge Pflanzverbände gefährdet. Durch Durchforstungseingriffe gibt es viele frische Stümpfe als Eintrittspforten für die Infektion in den Bestand. Anhand Wurzelverwachsungen kommt es dann zu Infektionen mit den gesunden Nachbarbäumen.

Gegenmaßnahmen bei Wundfäule

Handelt es sich um Wundfäule durch Stammverletzungen, sind die Gegenmaßnahmen klar: Laut österreichischer Waldinventur 2007/09 weisen von den 3,3 Milliarden Bäumen im bewirtschafteten Hochwald Österreichs 40 % biotische oder abiotische Schäden auf. Etwa die Hälfte davon (643 Millionen Stämme) haben Schäl-, Ernte- oder Steinschlagschäden. Die geschädigten Stämme machen ein Fünftel des stehenden Vorrates aus.

Diese Schäden sind hausgemacht und Ernte- bzw. Steinschlagschäden und sind durch pflegliche Maßnahmen leicht zu vermeiden. Darüber wie man Schälschäden verhindert, sind schon viele Bücher geschrieben worden. Eine vernünftige Einstellung zum Thema „Wald-Wild“ hilft hier sicher. Wundsalben sind hier übrigens nur wenig hilfreich, da die Versiegelung der Wunde oft nicht lange „sporendicht“ ist.

Was tun bei der Wurzelfäule?

Schwieriger wird es, wenn es um die Wurzelfäule geht: Eine wichtige Information ist, dass frische Stöcke nur etwa 4 Wochen lang für den Wurzelschwamm fängisch sind. Ältere Stöcke kann der Pilz nicht mehr erfolgreich befallen.

Da der Hauptsporenflug im Sommerhalbjahr und dann vor allem im Frühherbst stattfindet, kann es durchaus hilfreich sein, Durchforstungen im Winterhalbjahr durchzuführen. Die Stöcke verlieren dann ihre Fängigkeit, bevor wieder stärkerer Sporenflug eintritt. Die Oberflächen frischer Stöcke können auch mit geeigneten chemischen Mitteln behandelt werden („Stockbehandlung“). Diese Mittel bewirken, dass Befall durch Wurzelschwamm so lange verhindert wird, bis die Stöcke auf natürliche Weise nach wenigen Wochen ihre Fängigkeit verloren haben.

Kein Geld bei der Vermarktung verschenken

Ein wichtiger Aspekt ist hier auch die Holzausformung bei befallenen Stämmen: Ist man geschickt und überlegt sich die Trennschnitte genau, kann man hier einige leicht verdiente Euro sparen. Die Holzexperten der Lagerhäuser wissen zudem genau, welche Abnehmer zum Beispiel auf Braunbloche spezialisiert sind und dafür bessere Preise bezahlen. Sie bringen das Holz der Waldbesitzer daher zielgerichtet zum richtigen Abnehmer.
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