Große Betroffenheit nach Frost und Schneedruck in der Kärntner Landwirtschaft

Genaue Abschätzung der Schäden erst in einigen Tagen möglich.

Klagenfurt, 28. April 2016 (aiz.info). - "2016 hat von der Witterung her gut begonnen. Viele Kulturen wurden aufgrund des zeitigen Frühjahrs etwas früher angebaut als sonst. Das jetzige Extremereignis trifft unsere Landwirte umso härter, weil viele Kulturen schon aufgelaufen beziehungsweise weiterentwickelt sind als sonst", zeigt sich Kärntens Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler betroffen über die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen und in den Wäldern seines Bundeslandes nach dem Frost und Schneedruck der vergangenen Tage. Die genaue Abschätzung der Schadenshöhe wird erst in einigen Tagen feststehen.

Vermutlicher Totalschaden bei Raps - Erhebliche Einbußen bei Mais

Insbesondere beim Mais dürften in den Bezirken Wolfsberg, Klagenfurt-Land und Völkermarkt zum Teil erhebliche Ertragseinbußen zu befürchten sein. Eine Abschätzung des genauen Schadens sei aber noch nicht möglich, heißt es aus der LK, da die Kulturen vom Schnee bedeckt sind. Ist der Vegetationskegel intakt, kann auch davon ausgegangen werden, dass die Regenerationskraft der Pflanzen gegeben ist, daher wird von einem voreiligen Wiederanbau vorerst abgeraten.

Das Wintergetreide wurde nach den tiefen Temperaturen vor allem durch den Schneedruck geschädigt, der die Halme abgeknickt hat. Ertragseinbußen wird es aller Voraussicht nach bei Wintergerste geben, während der Winterweizen nicht allzu stark betroffen sein dürfte.

Besonders schlimm hat es den Raps in den Ackerbaubezirken Kärntens erwischt, der derzeit gerade in der Blüte gestanden ist. Hier ist von einem Totalschaden auszugehen. Eine genaue Abschätzung wird aber erst möglich sein, wenn die Pflanzen nicht mehr unter der Schneedecke begraben sind.

Relativ geringe Einbußen dürfte es laut den LK-Experten bei Soja und Kürbis geben. Diese Kulturen wurden erst angebaut und sind zum Großteil noch nicht aufgelaufen.

Hoher Schneedruck fügte Obstbäumen nachhaltige Schäden zu

Im Obstbau hat der Frost im Vorfeld des Schneedrucks massive Schäden in den Intensivobstanlagen und auf den Streuobstwiesen angerichtet. Der nachfolgende hohe Schneedruck hat viele Bäume nachhaltig geschädigt. Im Gemüsebau sind naturgemäß vor allem jene Kulturen betroffen, die bereits am Feld aufgelaufen sind und nicht abgedeckt wurden. Gemüse wie Radieschen und Zucchini sind massiv geschädigt. Die Situation bei den Salaten ist noch nicht abschätzbar.

Nassschnee sorgte für Bruchschäden im Forst

Schwerpunktmäßig vom Nassschnee betroffen sind die Karawanken und die Karnischen Alpen bis Hermagor/Kirchbach sowie die Zentralräume Klagenfurt und Villach. Die stärksten Niederschläge mit über 60 bis 80 mm betreffen den Raum Zell Pfarre, Loibl und Rosenbach. In den genannten Gebieten sind demzufolge auch die stärksten Bruchschäden in den Wäldern zu erwarten, wobei vor allem Laubhölzer am stärksten betroffen sein werden. Die Nassschneegrenze liegt bei rund 800 bis 850 m Seehöhe, sodass in höheren Lagen kaum noch mit Schäden zu rechnen sein dürfte. Auch hier sind genauere Angaben zum Schadensausmaß zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.

"Einmal mehr wird uns deutlich vor Augen geführt, dass die Land- und Forstwirtschaft unmittelbar vom Klimawandel betroffen ist, der solche Wetterphänomene mit sich bringt. Jetzt wird die Witterung der nächsten Tage entscheidend sein, ob sich die Kulturen wieder erholen können. Teilweise sind aber jetzt schon massive Verluste gegeben und hohe Ertragsausfülle zu befürchten. Die detaillierte Schadenserhebung dauert aber noch an. Die Experten der LK stehen jedenfalls für Anfragen der betroffenen Landwirte zur Verfügung", so Mößler abschließend.