EU-Kommission sieht gute Chancen für Weizen, Mais und Zucker bis 2026

Jüngste Ergebnisse der mittelfristigen Markteinschätzung liegen vor.

Brüssel, 7. Dezember 2016 (aiz.info). - Mais und Weizen haben in den kommenden zehn Jahren gute Absatzmöglichkeiten. Die EU-Kommission rechnet mit stabilen Exporten sowie einem wachsenden Absatz als Futtermittel und geht von einer leichten Steigerung der Weizenpreise bis 170 Euro/t im Jahr 2026 aus, wie aus der mittelfristigen Markteinschätzung für die Jahre 2016 bis 2026 (https://ec.europa.eu/agriculture/markets-and-prices/medium-term-outlook_en) hervorgeht.

Die EU-Kommission rechnet auch mit einem eher schwachen Euro gegenüber dem US-Dollar und steigenden Weizenexporten aus der EU in den Mittleren Osten sowie nach Nordafrika. Die wichtigsten Wettbewerber der EU um die dortigen Weizenmärkte seien die Ukraine und Russland, führte Koen Mondelaers von der EU-Kommission auf der Agricultural Outlook Conference in Brüssel aus. Kanada und Australien könnten eine zusätzliche Nachfrage auf dem Weltweizenmarkt dagegen weniger bedienen. Die Qualität des Weizens müsse aber den hohen Anforderungen des Weltmarkes genügen, betonte Klaus Dieter Schumacher, Berater der BayWa. Schumacher kritisierte Beschränkungen in der EU für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und Züchtungsmethoden, die hinderlich für den Weizenexport werden könnten.

Die EU-Kommission ist nicht nur für den Weizenabsatz optimistisch, sondern auch für den Maisabsatz in den nächsten zehn Jahren. Mehr Mais werde vor allem als Futtermittel auf dem EU-Binnenmarkt gebraucht, führte Mondelaers aus. Den Gerstenpreis sieht die EU-Kommission in den nächsten fünf Jahren unter Druck und rechnet erst nach 2022 mit einem Anstieg. Die Rapsfläche werde sich in den kommenden Jahren kaum noch ausdehnen, erklärte der Kommissionsmitarbeiter. Die Rapsfläche stagniere, vor allem weil der Einsatz von Biodiesel beschränkt werde, aber auch weil es an Beizmitteln fehle. Der zunehmende Bedarf der Futtermittelindustrie an Eiweißkomponenten müsse deshalb durch Sojaimporte gedeckt werden.

Zuckererzeugung steigt

Ferner geht die EU-Kommission in ihrer mittelfristigen Markteinschätzung von stabilen Zuckerpreisen und einer Ausweitung der Rübenflächen in wettbewerbsfähigen Regionen der EU in den kommenden Jahren aus. Konkret sieht die Brüsseler Behörde das Wachstum der Zuckerproduktion bis 2026 bei 6%. Den künftigen Zuckerpreis schätzt die EU-Kommission auf durchschnittlich 400 Euro/t.

Der wieder attraktive Zuckerpreis werde zu einem steigenden Rübenanbau in der EU führen, erklärte Perluigi Londero von der EU-Kommission auf der Agricultural Outlook Conference. In der EU wurden früher jährlich rund 20 Mio. t Zucker produziert, bevor 2006 die Marktreform für einen Rückgang auf nur noch 15 Mio. t in einzelnen Jahren sorgte. Nach dem Auslaufen der Zuckerquote Ende September 2017 werde sich die Menge in der EU zwischen 16 und 17 Mio. t stabilisieren. Davon würden vor allem die wettbewerbsfähigen Regionen der EU profitieren, betonte Londero. Der Strukturwandel werde durch gekoppelte Zahlungen aber in zahlreichen EU-Mitgliedstaaten gebremst.

Die Weltmarktpreise würden vor allem von der brasilianischen Ethanolerzeugung geprägt und hingen damit von den Ölpreisen ab. Die Debatte um Zuckersteuern, mit deren Hilfe Ernährungsfehler vermieden werden sollen, lastet zusätzlich auf den weltweiten Absatzaussichten.